Heilpflanze: Kamille
11.02.2022 / Stefan Dobersberger
Kamille – die sanfte Allrounderin der Naturheilkunde
Kaum eine Heilpflanze ist so vielseitig einsetzbar wie die Kamille. Seit Jahrhunderten gehört sie zu den wichtigsten und meistgenutzten Heilpflanzen Europas – und das zu Recht. Ihre entzündungshemmenden, krampflösenden und wundheilungsfördernden Eigenschaften machen sie zur echten Allrounderin in der Naturheilkunde. Da Kamille ausgesprochen mild wirkt, eignet sie sich auch hervorragend für die Anwendung bei Kindern.
Der Wirkstoff hinter der Wirkung Die heilsame Kraft der Kamillenblüten verdankt sich vor allem dem enthaltenen ätherischen Öl, das den charakteristischen Wirkstoff Chamazulen enthält. Dieser verleiht dem Kamillenöl seine typisch blaue Farbe und ist maßgeblich für die entzündungshemmende Wirkung verantwortlich. Ergänzend dazu entspannen Flavonoide die glatte Muskulatur und lindern so Krämpfe.
Magen und Darm Bei Magenbeschwerden ist Kamillentee seit Generationen ein bewährtes Hausmittel – und die Wissenschaft gibt der Volksmedizin recht. Kamillenblüten helfen wirksam bei Gastritis sowie bei krampfartigen Schmerzen im Magen-Darm-Bereich. Die krampflösende Wirkung entspannt die Darmmuskulatur und kann Beschwerden wie Blähungen und Koliken spürbar lindern.
Mund und Rachen Auch bei akuten Entzündungen im Mund- und Rachenraum leistet Kamille wertvolle Unterstützung. Gurgeln mit Kamillentee oder die Verwendung von Kamillen-Mundspülungen wirken entzündungshemmend und fördern die Heilung von gereizten Schleimhäuten, Zahnfleischentzündungen oder Aphten.
Atemwege Bei Erkältungen mit Stirn- oder Nasennebenhöhlenentzündungen kann eine Inhalation mit Kamillenblüten wahre Wunder wirken. Der aufsteigende Dampf transportiert die ätherischen Öle direkt in die Atemwege, wo sie entzündungshemmend wirken und die Schleimhäute beruhigen.
Äußerliche Anwendung Die Einsatzmöglichkeiten der Kamille gehen weit über die innerliche Anwendung hinaus. Sitzbäder mit Kamillenzusatz eignen sich besonders gut bei entzündlichen Erkrankungen im Anal- und Genitalbereich – etwa bei Hämorrhoiden oder Menstruationsbeschwerden. Da Kamillenblüten zudem das Wachstum bestimmter Bakterien und Pilze hemmen, werden sie auch in der Wundbehandlung eingesetzt – häufig in Kombination mit Eichenrindenbädern, um die Heilung zusätzlich zu unterstützen.
Anwendungsgebiete im Überblick:
- Sanfte Anwendung bei Kindern
- Magenbeschwerden, Gastritis & Verdauungskrämpfe
- Entzündungen im Mund- und Rachenraum
- Stirn- & Nasennebenhöhlenentzündungen (Inhalation)
- Hämorrhoiden & Menstruationsbeschwerden (Sitzbad)
- Wundheilung & Hautpflege