Richtige Nagel- und Hautpflege
Eine Frage von Schönheit und Gesundheit Gepflegte Finger- und Zehennägel tragen nicht nur zum gepflegten Erscheinungsbild wesentlich bei, sondern sind auch in der Vorbeugung von Krankheiten ein »must«. Zehen- und Fingernägel haben in erster Linie eine Schutz- und Stabilitätsfunktion. Die Nagelplatte, die auf dem Nagelbett aufliegt, ist rund 0,5 bis 0,7 mm dick und wird durch verhornte, dachziegelartig angeordnete Hautzellen (Epithelzellen) gebildet. Die unter dem Nagel liegenden Blutgefäße lassen ihn rötlich erscheinen. Fingernägel wachsen durchschnittlich 1mm pro Woche, Zehennägel etwas weniger. Das Nagelwachstum verlangsamt sich mit zunehmendem Alter. Nagelveränderungen können u.a. durch mechanische oder psychische Belastung, Pilzinfektionen, Kontakt mit Chemikalien, Nährstoffmangel, Herz- oder Lungenerkrankungen entstehen. Sie sollten ärztlich abgeklärt werden. NAGELTYPEN: - Normale, kräftige Nägel sind glänzend, glatt und elastisch. Sie haben eine gesunde, rosige Farbe, sind widerstandsfähig gegen äußere Einflüsse und wachsen gut.
- Weiche, empfindliche Nägel sind extrem biegsam. Sie reißen häufig ein, sind empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen und erreichen nur schwer eine schöne, gleichmäßige Länge.
- Harte, brüchige Nägel haben wenig bis gar keinen Glanz (matt), sind oft rau und porös und splittern häufig ab. Weiters sind sie sehr empfindlich gegen äußere Einflüsse.
Die richtige Pflege Nägel müssen – ebenso wie die Haut – regelmäßig gepflegt werden, damit sie schön bleiben. Sie dürfen nicht austrocknen, da sie sonst spröde und rissig werden. Durch häufigen Wasserkontakt werden Nägel weich, die Kittsubstanz quillt auf und die Nägel blättern ab. Nägel sollten nach Möglichkeit kurz sein, die Seiten dürfen nicht rund geschnitten werden, damit sie nicht in die Haut einwachsen, besser ist es die Nägel zu feilen. Nagelöle – wie Oliven- oder Rizinusöl – stärken die Nägel und verhindern Risse. Die unterschiedlichen Substanzen in Nagelhärtern – Formaldehyd, Alaun oder Proteinhydrolysate – gehen mit dem Nagelkeratin eine Verbindung ein, das zur Festigung der Nagelsubstanz beiträgt. Nagelhautentferner weichen die Nagelhaut auf, sodass diese gut zurückgeschoben werden kann und sich leicht entfernen lässt. Auch die Zehennägel müssen regelmäßig gesäubert, gefeilt bzw. geschnitten werden. Die Zehennägel unbedingt gerade schneiden, damit sie nicht in die Nagelhaut einwachsen und so schmerzhafte Entzündungen verursachen. Passende Schuhe mit flachen bis mittelhohen Absätzen tragen wesentlich zur Gesundheit der Fußnägel bei. Besonders DiabetikerInnen sollten regelmäßig ihre Füße und Zehennägel von Fachkräften pflegen lassen, da einerseits die falsche Behandlung zu Wunden führen kann, die sehr schwer heilen. Andererseits werden kleinere Wunden aufgrund der Nervenschädigungen durch Diabetes oft erst spät entdeckt. Nagellack Präparate zum Färben der Nägel können durchsichtig, undurchsichtig oder perlmuttartig sein. Bei der Anwendung von kräftigen Farblacken empfiehlt es sich einen Unterlack aufzutragen, da sich sonst die Nägel verfärben. Durch Schütteln verteilen sich die Farbstoffe gleichmäßig im Nagellack. Den Pinsel abstreifen, damit der Anstrich nicht zu dick wird. Den ersten Lackstrich in der Mitte des Nagels setzen, die beiden nächsten rechts und links davon ziehen. Die zweite oder dritte Lackschicht sollte immer erst nach jeweils 5 Minuten Wartezeit aufgetragen werden. Wird zu schnell darüber lackiert, blättert der Lack schnell wieder ab. Lackierte Nägel nicht anhauchen – der Nagellack bleibt sonst weich. Gönnen Sie Ihren Nägeln ab und zu eine Lackierpause. Verwenden Sie nur ölhaltige und acetonfreie Nagellackentferner. Beim Entfernen Wattepad anfeuchten, einige Sekunden auf den Nagel pressen, einwirken lassen und den Nagellack mit dem Pad abstreifen. Nägel nie in der Sonne lackieren oder direkt nach dem Baden bzw. Duschen. - Die Nägel sollten idealerweise durch Feilen z.B. mit Sandblattfeilen – immer in eine Richtung z.B. zur Mitte hin gekürzt werden. Schneiden oder knipsen macht die Nägel leicht brüchig.
- Die Nagelhaut nie wegschneiden, sondern einweichen und anschließend mit einem Gummi- oder Holzstäbchen zurückschieben.
- Das Einmassieren von Nagelbalsam oder Nagelöl pflegt zusätzlich.
- Eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung versorgt die Nägel von innen mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen wie z.B. Biotin, Zink, Eisen, Calcium und Kieselerde. Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Nägel aufgrund von Nährstoffmängel unansehnlich geworden sind, machen Sie eine entsprechende Kur. Fragen Sie dazu Ihren Apotheker.
- Bei manueller Tätigkeit wie Putzen, Gartenarbeit, Abwaschen etc. Handschuhe tragen.
- Eingewachsene Nägel gehören in ärztliche Behandlung.
Übrigens: Unwillkommene Pilze lauern auch in Schwimmbädern und Leihschuhen. Alterserscheinungen vor Hautpflege – Hautschutz Einerseits leben wir heute etwa doppelt so lang wie am Beginn des 20. Jahrhunderts, andererseits sind wir viel mehr Schadstoffen aus Umwelt, Nahrung etc. ausgesetzt. Unsere Haut bedarf besonderer Pflege, die nicht nur ihre Schönheit und Schutzfunktion gewährleistet, sondern auch zur Prophylaxe von Alterserscheinungen beiträgt. Ihr Apotheker weiß darüber Bescheid! Gehen wir von der Tatsache aus, dass jeder Kontakt unserer Haut mit Wasser Fette aus der Hornschicht auslaugt. Dadurch passiert erst einmal wenig, jedoch nach und nach wird die Barrierefunktion der Haut – abhängig vom Hauttyp mehr oder weniger rasch – ganz erheblich gestört. Die Haut verliert mit dem Fett ihre Fähigkeit zur Feuchtigkeitsbindung, sie wird trocken, ist in ihrer Schutzfunktion gestört und kann schädigenden Einflüssen der Umwelt immer weniger standhalten – sie wird schuppig, beginnt zu jucken und neigt zu Ekzemen. Diese Tatsache kollidiert geradewegs mit der heutzutage üblichen Duschkultur: Man duscht zumindest einmal täglich, Sportler duschen bis zu drei Mal täglich. Bedeutet das: Hygiene versus Hautgesundheit? Nein, keineswegs! Wir müssen nur das Bewusstsein für gesunde Haut wecken! Denn: was heraus gelaugt wird, ist zwar vorerst verloren, kann aber durch die regelmäßige Anwendung von Hautpflegeprodukten zurückgegeben werden. Idealerweise bedient man sich dabei Öl-in-Wasser-Emulsionen, die auf den Hauttyp abgestimmt sind – reichhaltigere Produkte für den trockenen Hauttyp und leichtere für normale und talgreiche Haut. Dies gilt für alle: Frauen, Männer und vor allem für Kinder, deren Haut – vor allem bei atopischer Konstitution, also Neigung zu Neurodermitis – besonders empfindlich ist. Das sollten Sie bei der täglichen Hautpflege berücksichtigen! Wassereinwirkzeit reduzieren Das soll kein Aufruf zu mangelnder Körperhygiene sein, aber dazu anleiten, nur kurz und eher lauwarm zu duschen und lange Vollbäder zu meiden, bzw. entsprechend nachzucremen. Vor allem für Babies und Kleinkinder gilt: nicht öfter als zweimal wöchentlich ins Wasser. Am Abend nach einem Badetag mit ausgedehntem Plantschen und Schwimmen sollten Chlor oder Salz abgeduscht und unbedingt am ganzen Körper eine Pflegecreme oder -milch aufgetragen werden. Nach Sonnenexposition eignet sich idealerweise eine Pflege mit beruhigenden und antioxidativen Inhaltsstoffen wie Aloe vera, Vitaminen oder DNA-Reparaturenzymen. Zusatzstoffe können die Pflegewirkung verbessern Noch besser als schlichte Öl-in-Wasser-Emulsionen eignen sich z.B. Produkte mit einem kleinen Anteil an Urea. Dieser verbessert die Aufnahme des Pflegeprodukts in die Haut, verringert das klebrige Gefühl nach dem Auftragen, verbessert die Feuchtigkeitsbindungsfähigkeit und wirkt außerdem bakterizid. Darüber hinaus gibt es viele unterschiedliche Wirkstoffe in Pflegeprodukten, sodass Sie die optimale Pflege individuell für Ihre Bedürfnisse und Ihren Hautzustand auswählen können; Ihr Apotheker unterstützt Sie dabei gerne. Warum sind Hautpflegeprodukte für das Gesicht anders als für den Körper? Umweltkontakt Gesichtshaut – das gilt auch für die Haut an den Handrücken – ist während des ganzen Lebens ununterbrochen mit der Umwelt in Kontakt, deshalb müssen Pflegeprodukte für diese besonders beanspruchte Hautpartie ganz besonders sorgfältig zusammengesetzt sein. Anwendung blanker Öl-in-Wasser-Emulsionen ist zwar besser als gar keine Pflege, aber man kann mehr bewirken als Fett und Feuchtigkeit zu zuführen. Lichtschutz Nicht nur gleißendes Sonnenlicht im sonnigen Süden wirkt kumulativ schädigend auf die Haut, sondern auch Tageslicht, da es ebenfalls einen nicht zu unterschätzenden UV-Anteil hat. Tagespflegeprodukte sollten deshalb jedenfalls einen UV-Filter beinhalten, um die tagtägliche UV-Dosis, welche auf exponierte Hautregionen einwirkt, zu reduzieren. Pflege mit einem SPF über 10 macht Sinn, denn eine solche filtert 90% des UV-Lichts; je höher der SPF, umso besser. Konsequent gelebter Lichtschutz kann die kumulative UV-Dosis im Lauf des Lebens drastisch minimieren und lichtinduzierte Hautschäden wie Altersflecken, Falten, etc., aber auch das Auftreten von Hauttumoren – Basaliome, aktinische Keratosen und Plattenepithelkarzinome – um Jahre hinauszögern, wenn nicht gar verhindern. Manchmal wird argumentiert, dass im Falle der Verwendung von Sonnenschutzprodukten zu wenig an Vitamin D gebildet werde; das stimmt nicht. Die Rest-UV-Wirkung die wir trotz Verwendung von Sonnenschutzmitteln konsumieren, reicht auf jeden Fall aus, um Vitamin D-Vorstufen in wirksames Vitamin D umzuwandeln. Konsequenter Sonnenschutz führt deshalb nicht zu Rachitis. Dies wurde in mehreren respektablen klinischen Studien bewiesen. Schutz und Pflege für jeden Typ
Welchen Hauttyp haben Sie? | Typ | Hautbeschreibung | | normale Haut: | Ausgeglichen in Fett und Feuchtigkeit. Kein Spannungsgefühl und kaum Mitesser. | | trockene Haut: | Feinporig und ebenmäßig. Ein starkes Spannungsgefühl bis hin zu leichtem Juckreiz. Kaum oder gar keine Mitesser. | | fettige Haut: | Großporig und ölig glänzend. Hautunrein- heiten wie Mitesser und Pickel. | | Mischhaut: | Weist unterschiedliche Partien auf. Die T-Zone (Stirn, Nase, Kinn) ist großporig, fettig und zeigt Unreinheiten. Die Wangen- partie ist dagegen trocken und neigt zu Spannungen. | | sensible Haut: | Schnell gereizt, dünn und besonders empfindlich. Starkes Spannungsgefühl und oft irritierte Hautpartien. | | anspruchsvolle/ sensible Haut: | Fehlende Spannkraft und Elastizität. Es reife Haut: haben sich Falten gebildet. Die Regenera- tionsfähigkeit hat nachgelassen, die Haut wirkt oft matt | | unreine Haut: | Viele Mitesser und eitrige Pickel. Die Haut fühlt sich ölig an, dennoch Spannungsgefühl. |
Die Feinde der Haut sind bekannt: Umwelteinflüsse, UV-Licht, Stress, Nikotin, Schlafmangel und unausgewogene Ernährung machen ihr schwer zu schaffen. Mit täglicher Pflege wehren wir diese schädlichen Einflüsse ab und steigern die körpereigene Abwehr. Welche Zubereitung und welche Wirkstoffe man wählt, hängt vom Hautzustand – früher sagte man Hauttyp – und von der erwünschten Wirkung ab. So braucht im Sommer die Haut mehr Feuchtigkeit, im Winter Fettanteile zum Schutz gegen die Kälte. Oft ist es gar nicht so leicht, den Hauttyp zu analysieren. Am besten gehen Sie so vor: Gesicht gründlich reinigen, eine halbe Stunde warten und dann genau anschauen, am besten mit einem Vergrößerungsspiegel. Feuchtigkeit Feuchtigkeitsspendende/bindende Substanzen wie Glycerin und Hyaluronsäure verbessern den Pflegeeffekt und lassen die Haut »saftiger« aussehen. Reichhaltigkeit Die Reichhaltigkeit eines Gesichtspflegeprodukts ist abhängig vom Typ der Gesichtshaut: fette, zu Unreinheiten neigende Haut verträgt mehr Feuchtigkeit, trockene, empfindliche Haut mehr Ölanteil. Wichtig ist, die Produkte auf den Hauttyp abzustimmen. Die althergebrachte Meinung ab 40 nachts eine besonders reichhaltige »Nährcreme« verwenden zu müssen, ist nur bedingt richtig, da abhängig vom Hauttyp. Echte Seifen weglassen Echte Seifen senken die Oberflächenspannung von Wasser und haben fettlösende Eigenschaft; das mag sich in der Küchenreinigung bewähren, hat aber auf der Haut nichts verloren. Das heißt, auch wenn wir uns wirklich schmutzig fühlen, sollten zur Körperpflege ausschließlich »seifenfreie Seifen« (Detergentien) verwendet werden und von diesen idealerweise pH-neutrale, um den Säureschutzmantel der Haut in seiner bakteriziden Wirkung nicht zu irritieren. Zu beachten ist der unvermeidliche Kontakt mit echten Seifen z.B. im Haushalt, was wiederum besondere Pflege von "Hausfrauenhänden" verlangt! TIPPS Wenn man noch mehr für die Haut tun möchte, so kann man mit antioxidativen Substanzen wie Vitamin A, C und E sowie mit verschiedenen Säuren wie Fruchtsäuren, Salizylsäure, Milchsäure, Vitamin A-Säure usw. zusätzlich freie Radikale (Oxidationsprodukte) »auffangen«, die Feuchtigkeitsbindungsfähigkeit verbessern, Fibroblasten dazu stimulieren Kollagen zu bilden und Proteinasen (Kollagen- und Elastin-abbauende Enzyme) reduzieren. Die Wirkung dieser Inhaltsstoffe ist aber abhängig von ihrer Konzentration und von der Stabilität dieser Wirkstoffe in der jeweiligen Zubereitung. Deshalb zahlt es sich aus, qualitativ hochwertige Pflegeprodukte zu benutzen. Wichtig ist es, Hautpflege nicht als etwas Lästiges, »Unwürdiges« zu betrachten, sondern die Pflege und Gesunderhaltung der Haut ebenso ernst zu nehmen wie die tägliche Zahnpflege – und das von Kindesbeinen an. Ihr Dr. Pröll
|