Gesicht, Hals, Dekolleté
… und immer wieder Pflege Genetische Faktoren beeinflussen die Hautalterung zu etwa 25%, der Hauttyp macht also sehr viel aus, die Lebensbedingungen tragen außerdem viel zum Hautzustand bei. Richtige Hautpflege kann die Hautalterung nicht verhindern, aber zumindest verlangsamen. Die Haut, das größte Organ des Körpers, das oft stiefmütterlich bis eben gar nicht behandelt wird, kann großen negativen Einfluss auf die Lebensqualität in jedem Lebensalter nehmen, wenn es nicht entsprechend bedacht wird. Der Hautpflege wird viel zu wenig Bedeutung eingeräumt. Hautpflege ist außerdem eine Grundvoraussetzung für gepflegtes, frisches Aussehen. Jugendliche Haut hat die wunderbare Eigenschaft, ihre Oberfläche innerhalb von etwa 30 Tagen vollständig zu erneuern. Das geschieht durch Zellteilung in einer tieferen Hautschicht. Die Keratinozyten durchwandern dann die obersten Hautschichten, verlieren ihren Zellkern, erfüllen auch noch als kernlose Hornplättchen ihre Schutzfunktion in der Hornschicht und schilfern schließlich unmerklich als feine Schüppchen ab. Dieser Vorgang wird mit zunehmendem Alter immer langsamer; die Hautalterung beginnt spätestens in der dritten Lebensdekade – die Oberhaut muss also länger als 30 Tage der Umwelt standhalten. Zusätzlich werden auch die Talgdrüsen immer träger und produzieren weniger Talg, die Haut wird trocken. Fett und Feuchtigkeit braucht die Haut Jeder Wasserkontakt laugt Fette aus der Haut und beeinträchtigt die Barrierefunktion unseres »Schutzorgans«. Daher ist regelmäßige Zufuhr von Fett und Feuchtigkeit unerlässlich. Am besten durch regelmäßiges Auftragen von Öl-in-Wasser-Emulsionen in einem Mischungsverhältnis, das auf den Hauttyp abgestimmt ist: Trockene Haut verträgt reichhaltigere Formulierungen, seborrhoische (fette) Haut braucht mehr Feuchtigkeit. Die kosmetische Industrie bietet unzählige derartige Pflegezubereitungen mit verschiedenen Zusatzstoffen an, deren wichtigste Funktion ganz simpel die »Rückgabe« von Fett und Feuchtigkeit ist. Vorsicht ist bei der Verwendung von duftstoffhältigen Produkten geboten, denn diese sind potenzielle Allergene. Feuchtigkeitsspendende und -bindende Zusatzstoffe wie Hyaluronsäure können den Pflegeeffekt noch verbessern, ebenso wie Antioxidantien, Vitamine und diverse Substanzen. Den wesentlichen Teil der Pflege aber bewerkstelligen die Grundlagen. Aktinische Elastose Die chronologische Alterung kann man kaum beeinflussen, jedoch die durch äußere Faktoren beschleunigte Hautalterung zu einem großen Teil. Neben Temperaturschwankungen, Wind und Wetter, Umweltverschmutzung und diversen Genussmitteln trägt ultraviolettes Licht ganz wesentlich dazu bei, die natürliche Hautalterung zu beschleunigen. Jede Sonnenexposition führt zum Verlust von Kollagen, das mit zunehmendem Alter nicht mehr nachproduziert wird, sowie zur »Verklumpung« von elastischen Fasern. So entsteht Kollagenmangel und die »aktinische Elastose«, die letztlich Falten und Runzeln verursacht. Dieses Phänomen lässt sich an der Haut älterer Menschen, deren Leben sich mehr oder weniger im Freien abgespielt hat, sehr anschaulich ablesen: Im Gesicht und an den Handrücken sieht die Haut fleckiger, faltiger, älter aus als an den Schultern, wo sie ein Leben lang durch Kleidung geschützt war. Darüber hinaus induziert chronische UV-Belastung eine Schädigung der DNA von Hautzellen und führt, wenn die Kapazität des natürlichen Reparaturmechanismus überschritten wird, früher oder später zu Hautkrebs in Form von Basaliomen, Plattenepithelkarzinomen (weißer Hautkrebs) und zum malignen Melanom (schwarzer Hautkrebs). UV-Schutz ist unabdingbar Zur Prävention von Präkanzerosen und im weiteren von sog. »weißen Hautkrebs« sollte jeder Mensch von Jugend an auf chronisch dem Licht ausgesetzten Körperstellen wie Gesicht, Hals, Dekolleté sowie an Unterarmen und Handrücken täglich morgens ein Pflegeprodukt mit Sonnenschutzmittel (chemischer oder physikalischer UV-Filter) auftragen, um der durch UV-Strahlung beschleunigten Hautalterung und Kanzerogenese vorzubeugen. Tatsache ist, dass über 50% der im höheren Lebensalter auftretenden, behandlungsbedürftigen Hauterkrankungen durch UV-Licht bedingt sind und durch frühzeitig begonnenen konsequenten Sonnenschutz verhindert bzw. ihr Auftreten hinausgezögert werden hätte können. Studien haben gezeigt, dass präklinische, also noch nicht sichtbare Präkanzerosen im Bereich der Stirn und Schläfen bereits bei 50-Jährigen vorhanden sind. Diese Vorstufen entwickeln sich langsam, erfordern aber früher oder später einen chirurgischen Eingriff. Im Frühstadium kann man sie mit entzündungshemmenden oder immunmodulatorischen Substanzen sehr effektiv auch topisch behandeln. Nichtsdestotrotz zeigen die oben angeführten unabwendbaren Vorgänge in UV-exponierten Hautarealen auf, wie wichtig frühzeitig begonnener, konsequenter Schutz vor UV-Licht ist. Hautveränderungen behandeln Was aber, wenn bereits Hautveränderungen aufgetreten sind? Man kann die Zeit nicht zurückdrehen, aber mit modernen, qualitätsvollen Pflegeprodukten und Behandlungen kann man doch Einiges zur Hautverbesserung beitragen. Fahler, stumpfer Teint und grobe Poren Symptome wie fahler, stumpfer Teint und grobe Poren lassen sich am besten mit säurehaltigen Präparaten bzw. chemischen Peelings bekämpfen. Azelainsäure, alphaHydroxysäure, betaHydroxysäure, Brenztraubensäure, Salicylsäure, Milchsäure, Trichloressigsäure usw. führen zur Exfoliation oberster Hautschichten. Abhängig von der Konzentration und vom pH-Wert werden diese Substanzen in fertigen Kosmetikprodukten oder für den ärztlichen Gebrauch angeboten. Chronisch lichtgeschädigte Haut mit Pigmentverschiebungen Studien haben gezeigt, dass einige Pflegeprodukte mit DNA-Reparaturenzymen bei chronisch lichtgeschädigter Haut mit Pigmentverschiebungen regenerierend wirken konnten. Bleichende Substanzen zur Aufhellung von Pigmentflecken sind je nach Inhaltsstoff – Ascorbinsäure, Azelainsäure, Koji-Säure, Hydrochinon etc. – mehr oder weniger effektiv. Gegen Altersflecken ist die einmalige Behandlung mit einem Rubinlaser die erfolgversprechendste Therapieoption, es eignen sich aber auch Kryotherapie, IPL-Blitzlampen-Behandlung und fraktionierte Lasertherapie. Gegen die »weißen Altersflecken«, die mit zunehmendem Alter vor allem an Unterarmen und Unterschenkeln auftreten, gibt es außer selbstbräunenden Cremen mit Dihydroaceton keine sinnvolle Behandlung. „Welche Schönheitsprobleme stören wen?“ Dass Männer und Frauen das äußerliche Erscheinungsbild verschieden beurteilen, ist kein Geheimnis. Schönheitsprobleme der Haut sind für jeden sichtbar und werden häufig als sehr störend empfunden; deshalb wird gecremt und geschminkt. Doch welche Hautprobleme stören wen am meisten? Während bei Frauen die Falten mit 65,2 Prozent der Nennungen die Liste der Schönheitsprobleme anführen, stören sich Männer daran am wenigsten. Nur 34,8 Prozent empfinden diese Zeichen eines gelebten Lebens als störend. Ihr Dr. Pröll
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