Wenn schnarchen krank macht...
Schlafstörungen und ihre Ursachen Haben Sie schon einmal schlecht geschlafen? Mit Sicherheit kann jeder diese Frage bejahen. Wer Sorgen und Stress hat, der schläft schlecht. Wer am Abend zu spät und zuviel isst, wird oft schlecht schlafen. Aber auch Schmerzen, Nervenstörungen wie das Syndrom der unruhigen Beine, Stoffwechselprobleme wie eine Schilddrüsenüberfunktion oder der Einfluss von Alkohol, Nikotin und diverse Medikamente lassen uns unruhig und schlecht schlafen. Nicht zu vergessen, dass auch psychische Erkrankungen wie Depressionen so gut wie immer mit Schwierigkeiten beim Schlafen einhergehen. Was bislang kaum bekannt ist: Schnarchen führt nicht nur zu einem unerholsamen Schlaf des Bettnachbarn, der durch den Lärm gestört ist, sondern auch zu Atempausen des Schnarchenden und damit zu einem unerholsamen Schlaf. Mediziner sprechen vom Schlafapnoe-Syndrom.  Laut einer Umfrage leidet rund ein Viertel aller Österreicher an Schlafstörungen. Circa 30% der Männer und 10% der Frauen schnarchen regelmäßig, wobei die Neigung zum Schnarchen mit dem Alter zunimmt. Schnarchen alleine ist aber noch keine Krankheit, höchstens eine Lärmbelästigung für den Bettpartner. Gefährlich wird es dann, wenn Unregelmäßigkeiten beim Atmen oder wiederholt Atemstillstände auftreten, die länger als 10 Sekunden andauern. Beobachtet wird dieses Phänomen in erster Linie durch den Partner, wenn der schnarchende Bettgenosse plötzlich zum Atmen aufhört. Manchmal wachen die Betroffenen selbst auf, haben das Gefühl zu ersticken und ringen nach Luft. Diese Krankheit ist durch Atemaussetzer, so genannte Apnoen, während des Schlafens bedingt. Dadurch kommt es zu einer verminderten Sauerstoffversorgung unseres Gehirns und anderer wichtiger Organe, was Probleme wie starke Müdigkeit und Erschöpfung am Tage, Schwindel oder Kopfschmerzen zur Folge hat. Die Ursache des Schlafapnoe-Syndroms ist eine Erschlaffung der Muskulatur um die oberen Atemwege. Durch den beim Einatmen entstehenden Unterdruck fällt der obere Teil der Luftröhre zusammen und behindert die Atmung. Dies bedingt gleichzeitig das Schnarchen. Der Sauerstoffgehalt im Blut fällt ab, was wiederum eine Weckreaktion unseres Körpers bewirkt. Damit setzt die Atmung wieder ein. Obwohl sich die meisten Betroffenen an solche Episoden nicht erinnern, wird die Struktur des Schlafes, die in mehrere Phasen gegliedert ist, durcheinander gebracht. Die Erholungsfunktion des Schlafes ist gestört. Übergewicht, Verkrümmungen der Nasenscheidewand oder Polypen in der Nase fördern das Auftreten eines Schlafapnoe-Syndroms. Fehlstellungen des Unterkiefers, eine große Zunge aber auch übermäßiger Konsum von Alkohol und Nikotin oder die regelmäßige Einnahme von Schlafmitteln begünstigen die Atemaussetzer. Daneben gibt es noch eine zweite Form der Schlafapnoe, die durch Schäden im Gehirn bedingt ist: Durchblutungsstörungen, Schlaganfälle, Entzündungen wie multiple Sklerose, Epilepsien, Verletzungen oder Tumore können ebenfalls zu Atemaussetzern führen. Das Gehirn, welches die Atemmuskulatur steuert, vergisst dabei, vereinfacht ausgedrückt, einfach aufs Atmen. Müdigkeit am Tag Die Schlafapnoe führt zu einer Reihe von unangenehmen Beschwerden: - Müdigkeit und Erschöpfung am Tag
- Neigung zum Einschlafen, Sekundenschlaf
- Stimmungsschwankungen, Gereiztheit
- Herzrhythmusstörungen wie Herzklopfen oder unregelmäßiger Puls
Wird nicht behandelt, können ernste Gesundheitsstörungen die Folge sein. Die schlechte Sauerstoffversorgung in der Nacht erhöht das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfälle oder bedrohliche Herzrhythmusstörungen. Bluthochdruck und erhöhte Blutzuckerwerte (Diabetes) sind häufig zu finden. Auch unangenehme Ohrgeräusche (Tinnitus), Schwindel, ein Hörsturz und Migräne treten auf. Deshalb müssen Schlafstörungen immer abgeklärt und behandelt werden! Genaue Abklärung wichtig Die Diagnose wird durch eine gründliche internistische Abklärung und mit Hilfe eines Schlaflabors gestellt. Neben einem Ruhe- und einem Belastungs-EKG sollten immer auch regelmäßige Blutdruckmessungen, eine 24 Stunden Blutdruckanalyse und genaue Laboruntersuchungen mit Blutzucker, Schilddrüsen-, Nieren- und Leberwerten und einem Hormonstatus durchgeführt werden. Eine Lungenfunktionsprüfung deckt eine Einschränkung der Atemfunktion auf. Ein HNO-Arzt sollte die oberen Atemwege auf ihre Freiheit überprüfen. Oft bringt schon ein eingehendes Gespräch mit dem Patienten die Gründe für Schlafstörungen ans Tageslicht. Bei Verdacht auf eine Schlafapnoe wird eine Untersuchung in einem Schlaflabor gemacht, wobei neben der Schlafqualität auch die Atemaussetzer und der Sauerstoffgehalt des Blutes gemessen werden. So wird behandelt Bei den meisten Schlafstörungen genügen einfache Verhaltensregeln, um wieder gut zu schlafen. Man spricht von der »Schlafhygiene«. Jeder Mensch hat individuelle Schlafenszeiten und Schlafgewohnheiten. Diese sollten Sie immer berücksichtigen. Essen Sie keine schweren Mahlzeiten vor dem Schlafengehen. Meiden Sie abends Alkohol, Nikotin und Kaffee. Probleme, die uns beschäftigen, sollte man vor dem Hinlegen bearbeiten und wenn möglich lösen. Damit wird der Kopf frei. Sorgen Sie für eine angenehme Temperatur des Schlafzimmers. Die Luft sollte nicht zu trocken sein, damit die Atemwege befeuchtet sind. Ein nasses Handtuch über dem Heizkörper oder ein Luftbefeuchter schaffen Abhilfe. Trinken Sie vor dem Schlafengehen ein Glas Wasser, denn der Körper verliert in der Nacht durch Schwitzen viel Flüssigkeit. Eine optimale Licht- und Schalldämpfung erleichtern einen guten Schlaf. Wer generell schlecht einschläft, sollte es mit Entspannungsübungen und autogenem Training versuchen. Versuchen Sie auch entsprechende Nasen- bzw. Rachensprays aus Ihrer Apotheke. Auch ein Nasenpflaster kann bei leichten Beschwerden helfen. Sportliche Betätigungen und Bewegung während des Tages machen uns abends müde. Übergewicht dagegen fördert Schnarchen und Schlafstörungen! Wer viel schnarcht, sollte nicht auf dem Rücken liegen; dagegen können Sie Tennisbälle in den Pyjama einnähen. Manchmal genügen Seiten- oder Bauchlage und Unterkieferschienen, um das Kollabieren der Schlundmuskulatur zu verhindern. Für Menschen mit einem schweren Schlafapnoe-Syndrom stehen diverse Atemmasken zur Verfügung. Damit wird ein Überdruck im Rachen aufgebaut, die Atemwege werden frei und man schläft wieder herrlich durch. Internistische Grundprobleme, die Schlafstörungen auslösen, müssen natürlich behandelt werden. Wer mit all diesen Maßnahmen immer noch nicht schlafen kann, für den stehen hochwertige Medikamente zum Ein- und Durchschlafen zur Verfügung, die man aber nur nach genauer Rücksprache mit seinem Arzt einnehmen sollte. Ihr Dr. Pröll
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