Vorbeugen & natürlich behandeln
Grippale Infekte Die kalte Jahreszeit bringt wohl unweigerlich eine Vielzahl von Atemwegsinfekten mit sich. Viren finden durch Kälte und Trockenheit abwehrgeschwächte Menschen, die krank werden und die Viren in Ballungsräumen, bevorzugt in Geschäften, Bussen, Kindergärten und Schulen weiter verteilen. Es ist demnach wahrscheinlicher krank zu werden als gesund zu bleiben. Aber das muss nicht sein Zur Vorbeugung grippaler Infekte kann einerseits der Infektionsweg, andererseits das Infektionsziel – der Organismus – beeinflusst werden.
Der Infektionsweg Virale Infekte werden über Tröpfchen bei Niesen und Husten an die Umgebung abgegeben, bleiben einige Zeit je nach Tropfengröße in der Luft gelöst und fallen dann zu Boden, wo sie nach einigen Stunden nicht mehr ansteckend sind.
Infektionen Vermeiden
- Abstand halten zu niesenden und hustenden Personen,
eventuell Schal oder Ähnliches vor Mund und Nase halten, um ein Eindringen in die Atemwege zu verhindern. - Menschenansammlungen weitgehend vermeiden; lieber zu Fuß gehen als mit dem Bus fahren.
- Zur Begrüßung Hände schütteln vermeiden oder danach gut Hände waschen und mit Einmaltüchern abtrocknen, um nicht die Viren des Handtuchs zu übernehmen.
- Vorsicht auch bei Gegenständen, die viele Menschen benützen wie Türgriffe, Haltegriffe, Einkaufswagen, Geld etc. Entweder mit Handschuhen berühren oder oft die Hände waschen; nicht mit den Händen zu Auge, Nase, Mund greifen und somit die Erreger zur eigentlichen Eintrittspforte zu befördern – zur Schleimhaut.
Den Organismus stärken Eine gute Abwehr schützt vor Angriffen, um diese zu unterstützen, sollten Sie einige wichtige Maßnahmen berücksichtigen: - Vitaminreiche Ernährung, keine üppigen Mahlzeiten die den Organismus belasten.
- Vorsicht bei Alkohol, auf das Rauchen verzichten!
- Zur Verdünnung und Ausscheidung der Virenpopulation sollten Sie über den Tag verteilt viel Flüssigkeit trinken.
- Luftfeuchtigkeit bei ca. 50% halten, was am besten mit feuchten Tüchern und regelmäßigem Stoßlüften gelingt – Luftbefeuchter sind nach kurzer Zeit auch bei bester hygienischer Pflege Bakterien- und Virenreservoirs! Feuchte Luft unterstützt den natürlichen Schleimfilm unserer Atemwege, was wiederum das Eindringen von Viren verhindert.
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf!
- Regelmäßige, moderate Bewegung bei der man auch schwitzen darf. Schwitzen und vermehrte Speichelsekretion fördern das Ausschwemmen von Viren bevor sie sich einnisten.
- Den Temperaturhaushalt des Organismus unterstützen, d.h. im Freien entsprechend der Kälte und des Windes anziehen, günstigerweise in mehreren Schichten, um sich Wetteränderungen flexibel anpassen zu können. In der Wohnung vor Überhitzung und Schwitzen schützen, mit entsprechender Raumtemperatur von 20 bis 22°C tags und ca. 18°C nachts. Temperaturstress und insbesondere Überhitzung sollten unbedingt vermieden werden.
Unspezifische Arzneien zur Vorbeugung von Infekten! Eine Reihe von Substanzen aus dem naturkundlichen Bereich wird wegen ihrer positiven Effekte auf den Ausbruch bzw. Verlauf viraler Atemwegserkrankungen empfohlen. Als weit verbreitetes Mittel sei Umckaloabo, auch im Handel als Kaloba oder Pelargonium, genannt. Aus einer afrikanischen Pflanze hergestellt, wird es zur Infektprophylaxe aber auch zur Therapie von viralen Atemwegserkankungen eingesetzt. Echinacea, aus dem Sonnenhut gewonnen, war schon den alten Indianern als Heilsubstanz bekannt. Es wirkt teilweise vorbeugend, aber sicher das Immunsystem unterstützend zu Beginn einer akuten Infektion der Atemwege. Camphora ist zu Beginn einer Verkühlung sehr hilfreich, insbesondere wenn Kälte und Nässe die Auslöser sind. Broncho vaxom ist ein Bakterienlysat von verschiedenen häufigen Krankheitserregern mit einer Wirkung auf T-Lymphozyten und IgA-Spiegel im Speichel. Es wird als Kur über 3 Monate je 10 Tage eingesetzt und soll so einen Schutz in der kalten Jahreszeit bieten. Luivac zeigt ähnlich dem Broncho vaxom eine stimulierende Wirkung auf das schleimhautassoziierte Immunsystem und eine Erhöhung unspezifischer Abwehrmechanismen. Die Einnahme soll über 2x28 Tage mit einem Monat Pause erfolgen. Ribomunyl ist ebenfalls ein Bakterienlysat gegen Atemwegsinfekte. Es wird als Kur über 3 Monate tageweise mit mehreren Tagen Pause eingenommen. Eine Reihe homöopathischer Komplexpräparate kann die Krankheitsdauer und -schwere beeinflussen. Als Beispiele seien Engystol, Metavirulent oder Gripp Heel, Lymphomyosot (bei Drüsenschwellungen) und einige andere mehr genannt. Auch Schüßler Salze spielen eine Rolle, besonders hervorzuheben ist das Salz Nr. 3 Ferrum phosphoricum. Es gilt als Akut- bzw. Notfallmittel bei Fieber, Infekten und Schmerzen. Zuletzt seien noch einige homöopathische Arzneien genannt, die als Einzelsubstanzen rasche Linderung bei Infekten bringen, sofern die passende Arznei gefunden und in der richtigen Potenz gegeben wird. Akutarzneien sind Aconit, Belladonna, Ferrum phosphoricum, Chamomilla, die – früh und richtig gegeben – wahre Wundermittel sein können. Aconit: nach Kälte, Luftzug, Schock, Schreck, rasch ansteigendes Fieber, mit trockener blasser Haut, ängstlich mit innerer Unruhe und großem Durst. Belladonna: nach Überhitzung, kalter Luft, plötzlich hohem Fieber mit rotem heißem Gesicht, klopfenden Kopfschmerzen und Brennschmerz der Haut. Ferrum phosphoricum: eher langsamer ansteigendes mäßig hohes Fieber mit meist wenig gestörtem Allgemeinbefinden, besonders oft Mittelohrbeteiligung. Chamomilla: bei Erkältung, Zahnen, rotem, schwitzendem Gesicht, gereizt, schnell wütend mit nur kurzer Besserung. Je nach Auslöser und Wetterlage kommen folgende Arzneimittel in Betracht: Kaltes, trockenes Wetter: Aconit, Belladonna, Bryonia, Hepar sulfuris, Nux vomica Causticum, Spongia, Rumex. Kaltes, feuchtes Wetter: Dulcamara, Rhus tox, Cina, Ipecacuanha. Wechsel von kalt zu warm: Gelsemium, Pulsatilla, Kalium sulfuricum, Carbo vegetabilis. Ständiger Wetterwechsel: Arsen, Tuberculinum. Die Vielzahl an ebenso hilfreichen Husten- und Schnupfenmitteln, Tees oder diversen Wickeln sollen hier genauso wenig behandelt sein wie die Reihe von schulmedizinischen Medikamenten zur Fiebersenkung bzw. symptomatischen Therapie von Husten und Schnupfen (Lesen Sie dazu die nächsten Ausgaben Ihrer »DA«). Es gibt mehrere Hundert Viren, die grippale Infekte auslösen können. Besonders Kinder, deren Immunsystem noch wenig Kontakt mit diesen Viren hatte und typischerweise engeren Kontakt untereinander oder über Spielzeug haben, werden öfter betroffen sein. Solange es bei diesen harmlosen Infekten bleibt, gilt es, nur den Körper zu unterstützen – auch Fieber ist eine Abwehrreaktion des Körpers und sollte nicht frühzeitig bekämpft werden. Dauert das Fieber länger als drei Tage oder kommen schwere Lokalsymptome wie Halsschmerzen, Ohrenschmerzen oder starke Kopfschmerzen dazu, muss natürlich ein Arzt kontaktiert werden. Hier gilt: lieber einmal zu viel als zu wenig. Ihr Dr. Pröll
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