Kopflausbefall
Kopflausbefall hat nicht primär etwas mit fehlender Hygiene zu tun. Enge zwischenmenschliche Kontakte – insbesondere in Kindergärten und Schulen – begünstigen die Verbreitung von Kopfläusen. Die in etwa 3 Millimeter kleinen Parasiten ernähren sich vom Blut des Menschen. Mit ihrem Saugrüssel stechen sie mehrmals pro Tag an der befallenen Körperregion zu (z.B. Kopfhaut, Augenbrauen, Bartregion, Achselhöhle) – dies ruft dann den lästigen Juckreiz hervor. Der Lebenszyklus der Kopflaus verläuft in drei Stadien: Ei (Nissen), Larve und Laus. Vom Ei bis zur ersten Eiablage der erwachsenen Laus dauert es in etwa 3 Wochen. Getrennt vom Wirt trocknen die Kopfläuse relativ rasch aus, sie können maximal 3 Tage überleben. Kopfläuse sind gute Kletterer – springen oder fliegen können sie hingegen nicht! Die Übertragung erfolgt entweder durch direkten Kopf zu Kopf Kontakt oder indirekt über gemeinsam benutzte Kopfbedeckungen, Schals, Decken, Kämme, Haarbürsten etc. (auch in Garderoben, im Bus, der Bahn, im Kino – überall kann man sich diese Schmarotzer »einfangen«). Das erste Anzeichen für einen Kopflausbefall ist zumeist ungewöhnlich starker Juckreiz. Eine Lupe sowie die systematische Untersuchung der Kopfbehaarung »Strähne für Strähne« erleichtert das Auffinden der Läuse. Besonders gut zu entdecken sind sie hinter den Ohren sowie in der Schläfen- und Nackengegend. Behandlungsmaßnahmen: Nur eine korrekte, lokale Behandlung sowie die Entfernung der Nissen mittels eines Nissen-Kammes ist zielführend. Alle Kontaktpersonen müssen ebenfalls untersucht und gegebenenfalls mitbehandelt werden. Die Behandlung ist erst dann abgeschlossen, wenn keine Läuse und Nissen mehr aufzufinden sind (dazu sind regelmäßige Kontrollen notwendig!). Die Entfernung der Nissen mit dem »Nissen-Kamm« kann durch eine Haarpflege- oder Essigwasserspülung (3 EL Essig auf 1 Liter Wasser) erleichtert werden. Zur Behandlung stehen mehrere Wirkstoffe wie beispielsweise eine Kombination aus Kokosnuss- und Anisextrakten (ohne Insektizide) oder Lindan, Pyrethrin, Allethrin und Permithrin zur Verfügung. Entsprechende Präparate sind in der Apotheke erhältlich. Die korrekte Anwendung und die Einhaltung der Behandlungsvorschriften (z.B. Einwirkdauer) sind der Schlüssel zum Erfolg. Bei Anzeichen neuerlicher Verlausung ist die Behandlung zu wiederholen. Zusätzliche Hygienemaßnahmen: - Bettbezüge, Kleidung, Mützen, Schals, Handtücher etc. sollten bei mind. 60°°C gewaschen werden.
- Kämme sowie Haar- und Kleiderbürsten sind gründlich zu säubern.
- Reinigung von Wohn- und Schlafräumen (Bodenbelag, Teppiche, Polstermöbel) mit einem Staubsauger.
- Für die Behandlung von Autositzen, Polstermöbeln und dergleichen stehen Antiläusesprays aus der Apotheke zur Verfügung.
- Schmusetiere oder Wollpullover werden lausfrei, indem man diese (ev. in einem Plastiksack verpackt) mindestens 24 Stunden ins Tiefkühlfach legt.
Kopflausbefall ist keine Schande! Er birgt aber ein großes Ansteckungspotenzial in sich, weshalb umgehend SchulleiterInnen, KindergärtnerInnen etc. zu informieren sind. Weiters muss so rasch wie möglich mit den oben angeführten Maßnahmen begonnen werden (damit auch keine Verbreitung innerhalb der Familie stattfindet). Erst nach erfolgreicher Lausbehandlung darf die Schule/der Kindergarten etc. wieder besucht werden!
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