Husten bei Kindern
Auf was Sie achten sollten! Husten ist ein unangenehmes Erkältungssymptom, das aber auch seinen Sinn hat: Durch das Abhusten kann sich die Lunge von Bronchialschleim befreien und seine Reinigungsfunktion wahrnehmen. In der Apotheke sind zahlreiche Hustensäfte mit und ohne Verschreibung erhältlich – ein Wundermittel gibt es darunter nicht; aber – richtig angewendet – können sie die Beschwerden lindern und die Genesung vorantreiben. Eine »banale« Erkältung verläuft in zwei Phasen: Zunächst besteht ein trockener aber unproduktiver Husten, der vor allem abends vor dem Einschlafen Probleme macht. Anschließend folgt ein Husten, der den Auswurf von Schleim zum Ziel hat, was wieder durch entsprechende Wirkstoffe unterstützt werden kann. Für beide Hustenstadien gibt es unterschiedliche Medikamente: Hustenreizdämpfer bzw. schleimlösende Säfte. Aus der allgemeinen kinderärztlichen Erfahrung ergeben sich folgende Empfehlungen: Trockener Husten Gegen trockenen Husten helfen häufig einfache Hausmittel wie heiße Milch mit Honig oder hustenreizdämpfende Säfte wie Tuscalman. Stärker wirksame codeinhaltige Hustenblocker sind rezeptpflichtig und sollten deshalb vor allem dann angewendet werden, wenn der Husten nachts den Schlaf sehr beeinträchtigt. Auch verschiedene Heilpflanzen wie etwa Eibisch wurzel oder Isländisch-Moos wiken bei Reizhusten lindernd. Thymian enthält ätherische Öle mit den Hauptbestandteilen Thymol und Carvacrol. Thymian wirkt entkrampfend auf die Bronchien, fördert den Auswurf und hat eine bakterientötende Wirkung. Er lindert die Beschwerden bei Krampf- und Reizhusten sowie Heiserkeit bei Erkältungskrankheiten der oberen Luftwege, bei Bronchitis und auch bei Keuchhusten. Andere pflanzliche Hustenbremser sind Eibischwurzel, Malvenblüten, Lungenkraut und Isländisch Moos. Feuchter Husten Bei feuchtem oder produktivem Husten können schleimlösende Expektorantien das Abhusten des zähen Schleims unterstützen. Substanzen wie Acetylcystein verändern die Struktur des Schleims und erleichtern das Aushusten. Andere Substanzen wie Ambroxol sollen die Produktion eines dünnflüssigen Sekretes anregen. Diesen Wirkstoff gibt es als Saft, Kapseln oder Brausetabletten. Clenbuterol (z.B. in Mucospas) ist ein Hustemittel aus der Gruppe der Betaagonisten und wirkt schleimmobilisierend. Zudem gibt es sehr gut wirksame pflanzliche Hustentees, etwa aus Anis, Lakritz (Süßholzwurzel) oder Thymian. Auch Erkältungsbäder mit ätherischen Ölen – bei kleinen Kindern ohne Menthol – können helfen. Andere pflanzliche Schleimlöser sind Wollblumen, Bockshornsamen, Spitzwegerichkraut, Primelwurzel, Senegawurzel, Süßholz - wurzel, Efeublätter, Fenchel, Anis, Thymiankraut, Quendelkraut und Eukalyptusblätter zur Inhalation. Nicht zu empfehlen: - Die Kombination eines Schleimlösers mit einem Hustenreizdämpferist nicht zu empfehlen. Der gelöste Schleim kann dadurch nicht abgehustet werden. Sinnvoller ist es, tagsüber zu einem Schleimlöser zu greifen und nachts zu einem Hustenreizdämpfer.
- Zuviel Alkohol, nämlich über fünf Prozent in Säften und überzehn Prozent in Tropfen, ist für Kinder nicht geeignet.
- Auch Zusätze von Dibutylphtalat, einer Substanz, die die Kapseln magensaftresistent und damit magenschonend macht, ist nicht empfehlenswert.Phtalate stehen im Verdacht, Leber, Nieren und dieFortpflanzungsorgane schädigen zu können.
- Häufig sind Erkrankungen der Atemwege durch Viren bedingt, weshalb viele Verordnungen von Antibiotika nicht wirksam sind.
Wann müssen Sie zum Arzt? - Kleinkinder mit Fieber über 38,5 Grad
- Kleinkinder, die gar nicht mehr trinken oder deren Windel auffallend trocken bleibt.
- Säuglinge und Kleinkinder, bei denen Husten jäh beginnt und nicht gelindert werden kann: In diesem Fall könnte ein verschluckterFremdkörper Ursache für den Hustenreiz sein.
- Kinder, die gelben oder grünen Schleim abhusten.
- Bei jedem Husten, der länger als eine Woche dauert.
- Bei schlechtem Allgemeinzustand, schlechtem Trinkverhalten oder beschleunigter Atmung
- Bei Geräuschen (Pfeiffen) während des Ein- oder AusatmensBronchialtee, besonders auch für Kinder geeignet, empfohlenvon der ÖGPhyt, Österreichische Gesellschaft für Phytotherapie,d.h. die Therapie mit Arzneipflanzen.
Ihr Dr. Pröll
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