HPV-Fieber
Fieber hat wohl schon jeder einmal durchgemacht. Sei es bei einer eitrigen Bronchitis, bei einer Darminfektion oder bei einer Grippe.  Normalerweise ist Fieber Teil der Abwehr unseres Organismus gegen eingedrungene Bakterien und Viren, die die klassischen Infektionskrankheiten mit Husten, Halsschmerzen oder Durchfällen hervorrufen. Aber es gibt auch Menschen, die Fieber in Kombination mit Gelenks- und Muskelschmerzen bekommen. Oder Menschen, die Fieber ohne andere Symptome haben und sich dabei einfach nur müde und erschöpft fühlen. Denn Fieber selbst ist keine Krankheit, sondern nur die Reaktion unseres Körpers auf eine andere zugrunde liegende Erkrankung. Und die muss man finden und behandeln. Was ist eigentlich Fieber? Von Fieber spricht man, wenn unsere Körpertemperatur erhöht ist. Allerdings gehen die Meinungen erheblich auseinander, ab welcher Temperatur tatsächlich Fieber besteht. Je nach Kultur und Lehrmeinung wird eine in der Achselhöhle gemessene Temperatur von über 37,0° bis über 38°C als Fieber bezeichnet. Auch der Ort der Temperaturmessung spielt eine große Rolle. Beim Erwachsenen wird meistens in der Achselhöhle gemessen. Die Temperatur unter der Zunge ist um ca. 0,5° und die im After gemessene (bei Kleinkindern) um 0,5° bis 1,0° höher. In den letzten Jahren ist auch die Messung der Kerntemperatur im Ohr sehr beliebt, da sie schnell und hygienisch ist. Sie ist ca. 0,2°C höher als in der Achsel. Das können Sie gegen Fieber tun! - Den gesteigerten Flüssigkeitsbedarf über reichliche Flüssigkeitszufuhr decken. Vermeiden Sie aber eiskalte oder zu heiße Getränke.
- Beim Anfiebern mit Schüttelfrost warm anziehen, um einen zusätzlichen Wärmeverlust zu verhindern.
- Kühlende Maßnahmen bei hohem Fieber: Eisbeutel in die Leistengegend legen, nasskalte Fuß- und Wadenwickel mit Leitungswasser oder Essigwasser.
- Leichte schweiß- und wärmedurchlässige Bekleidung, leichte Bettdecken, um einen Hitzestau zu vermeiden. Frieren ist aber nicht sinnvoll.
- Körperliche Schonung, keine sportlichen Aktivitäten.
- Kühlende Maßnahmen bei hohen Außentemperaturen im Hochsommer.
- Fiebersenkende Arzneimittel nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker.
Wie Fieber entsteht Der Mensch ist ein sehr komplexer Organismus. Alleine schon die Fähigkeit, eine konstante Körpertemperatur zu halten, macht uns relativ unabhängig von den äußeren Bedingungen. Diese Fähigkeit wird von bestimmten Zentren des Gehirns und zahlreichen Temperaturfühlern im Körperinneren und in der Haut geregelt. Ist die Körpertemperatur zu hoch, dann schwitzen wir und geben über die Verdunstung Wärme ab. Diesen Effekt erzielen wir auch im Sommer, wenn wir uns kalt abduschen. Ist die Körpertemperatur zu niedrig, dann frösteln und zittern wir und bekommen eine Gänsehaut. Durch das Muskelzittern wird Wärme erzeugt. Das Zusammenziehen der Haut verkleinert die Hautoberfläche, womit wir weniger Wärme an die Umgebung abgeben. Fieber entsteht, wenn unser Gehirn aus verschiedenen Gründen plötzlich eine höhere Körpertemperatur vorgibt. Damit die Körpertemperatur ansteigt, zittern und frieren wir. Hände und Füße sind kalt, wir geben weniger Wärme an die Umwelt ab und die Temperatur steigt. Beim Abfiebern dagegen müssen wir die Wärme wieder loswerden. Wir schwitzen, uns ist heiß, die Haut ist warm und gerötet. Dadurch verlieren wir Wärme und die Körpertemperatur normalisiert sich. Damit wäre geklärt, warum wir beim Anfiebern frieren und beim Abfiebern schwitzen. Warum kommt es überhaupt zum Anfiebern? Fieber ist meistens eine Schutzreaktion unseres Körpers gegen Viren und Bakterien. Eine erhöhte Körpertemperatur soll die Erreger schneller vernichten und die Krankheit ausheilen. Es ist daher nicht zweckmäßig, bei jedem Anfiebern gleich mit schweren Geschützen wie fiebersenkenden Medikamenten aufzufahren. Auch ohne Medikamente wird das Fieber selten so hoch, dass es für uns gefährlich wird. Durch ein komplexes Zusammenspiel von Immunsystem, Nervensystem und diversen Hormonen wird so gut wie immer ein Fieberanstieg über 41°C selbst verhindert. Ab wann fiebersenkend eingegriffen wird, hängt von der Gesamtkonstitution sowie von der individuellen Befindlichkeit ab. Grundsätzlich sollte aber die das Fieber auslösende Krankheit behandelt werden. Die meisten Viruserkrankungen wie grippale Infekte kann unser Körper alleine abwehren. Abschwellende Nasentropfen, Inhalationen mit einer Kochsalzlösung, Hustentropfen und körperliche Schonung reichen zur Genesung aus. Bei bakteriellen Infekten wie einem Harnwegsinfekt, einer eitrigen Bronchitis, einer Lungenentzündung oder einem Abszeß benötigt man meistens ein Antibiotikum. Neben diesen klassischen uns allen bekannten Infektionskrankheiten gibt es aber auch untypische Infektionen auf seltene Erreger, die man sich auf Fernreisen einhandeln kann. Oder es gibt ungewöhnliche Verläufe bei sonst typischen Infektionskrankheiten oder länger anhaltende Virusinfektionen wie HIV, Cytomegalie- oder Epstein-Barr-Virus. Fieber und Rheuma Eine Reihe von rheumatischen Leiden wie chronische Gelenks- und Wirbelsäulenentzündungen (chronische Polyarthritis, M. Bechterew) oder Muskel-, Weichteil- und Gefäßentzündungen (Polymyalgia rheumatica, Kollagenosen, Vaskulitiden) können ebenfalls Fieberschübe auslösen. Bei diesen Erkrankungen spielt unser Immunsystem verrückt, ist überaktiv und richtet sich gegen unseren eigenen Körper. Man spricht von einer Autoimmunerkrankung. Auch eine Überfunktion der Schilddrüse wie der Basedow oder ein jugendlicher Diabetes mellitus, Darmentzündungen wie die Colitis ulcerosa oder der M. Crohn oder manche Leberentzündungen sind Autoimmunerkrankungen. Die Therapie solcher Krankheiten erfolgt mittels spezieller Medikamente und gehört in die Hand eines Spezialisten. Eine reine Fiebersenkung würde die Grunderkrankung nicht ändern. Fieber kann aber auch Begleiterscheinung einer bösartigen Tumorerkrankung sein. Am häufigsten tritt Fieber bei Blutkrebs wie einer Leukämie oder einem Lymphom auf, wobei hier sofort behandelt werden muss. Manchmal kann Fieber auch bei Störungen des Zentralnervensystems wie nach Schlaganfall, Gehirnentzündung oder nach einem Gehirntrauma auftreten. Daher ist bei jedem Fieber, das nicht eindeutig einer klassischen Infektion zugeordnet werden kann, eine gründliche internistische Durchuntersuchung zum Aufdecken der Ursache absolut notwendig. Fieber bedeutet also nicht automatisch eine Infektion. Ihr Dr. Pröll
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