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Die Erkältungsapotheke für zu Hause

Das sollten Sie jetzt griffbereit haben!

In der Erkältungs- und Grippezeit – wenn sich Viren und Bakterien zu melden beginnen – ist es wichtig, geeignete Mittel zu Hause zu haben, die das Leben dann leichter machen. Verschiedene Möglichkeiten bringen uns bei Schnupfen, Husten, Halsschmerzen, Fieberblasen, grippalen Infekten etc. meist rasch Hilfe.

Eine Erkältung meist mit Husten, Schnupfen und Fieber kommt oft über Nacht oder gerade am Wochenende und der Weg in die nächste Apotheke oder zum Arzt ist unter Umständen mühsam. Daher ist jetzt ein prüfender Blick in den Arzneischrank empfehlenswert.

Was sehen Sie in Ihrer Hausapotheke?
Nicht aufgebrauchte Packungen mit intakten Blistern von Tabletten, Kapseln, Dragees etc. und vorhandener AnwendunFrau mit Schnupfengsbeschreibung sind bis zum Ablauf weiter verwendbar. Andernfalls gehören sie entsorgt. Dies gilt auf jeden Fall für angebrochene Nasen- und Augentropfen, Hustensäfte und -tropfen, kurz gesagt für alle flüssigen Arzneiformen, die schon geöffnet worden sind. Der Grund: Sie enthalten zwar meist ein Konservierungsmittel, doch dessen Wirkung erschöpft sich nach dem Öffnen. Bei dieser Gelegenheit entfernen Sie am besten auch nicht aufgebrauchte, vom Arzt verschriebene Arzneimittelreste wie Antibiotika, etc. Die Entsorgung können Sie über Ihre nächste Apotheke vornehmen und von dort gleich eine Neuausstattung bewährter Präparate mitnehmen.

Was sehen Sie nicht in Ihrer Hausapotheke?

Selbstverständlich die fehlenden, aber im Anlassfall dringend benötigten Arzneimitteln. Wir haben daher eine kleine Übersicht für eine möglichst vollständige Erkältungsapotheke zusammengestellt, die die wichtigsten Arzneimitteln für die ganze Familie beinhaltet.

Die Erkältungsapotheke für Ihr Kind

Für Erwachsene gekaufte Medikamente eignen sich meist nicht für Kinder, weil einerseits bestimmte Stoffe für Erwachsene harmlos sind, für Kinder jedoch schädlich. Andererseits haben Kinder oft Schwierigkeiten mit dem Schlucken. Auch kann man nicht einfach für Kinder die Erwachsenendosis »herunterrechnen«, da eine Umrechnung der Dosierung nach Körpergewicht den höheren Flüssigkeitsanteil bei Kindern nicht berücksichtigt. Die allseits beliebte »Acetylsalicylsäure« ist für Kinder nicht geeignet, weil sie bei ihnen Erbrechen, Krämpfe und Bewusstseinsverlust hervorrufen kann.

Ihr Apotheker berät Sie gerne zur richtigen Dosierung. In der Apotheke gibt es Plastikspritzen – Ihr Apotheker sagt Ihnen, welche Größe Sie benötigen – mit der Sie Säuglingen und Kleinkindern die abgemessene Mengen einfach in den Mund spritzen. Das funktioniert meist besser als mit dem beigepackten Messlöffel. 

Wenn das Fieber steigt...

Ein kindergerechtes Digital-Fieberthermometer sollte ebenfalls vorhanden sein. Auch klebbare Thermometer, die nicht verrutschen, eignen sich dazu. Als Normaltemperatur gilt der Bereich von 36,0 bis 37,5 °C. Bei 37,6 °C bis 38,0 °C spricht man von leichtem Fieber, darüber schon von schwerem, bei dem Maßnahmen gesetzt werden sollten. Auch die guten, alten »Essigpatscherln«­, allein oder – wenn das Fieber hoch ist und Sie es rasch senken müssen – auch in Kombination mit einem geeigneten Arzneimittel helfen oft überraschend gut.

Wenn die Nase rinnt ...

Babys in den ersten Lebensmonaten atmen ausschließlich durch die Nase. Deshalb beeinträchtigt sie ein Schnupfen sehr stark, lässt sie weniger trinken und sie gedeihen schlechter. Daher bei Schnupfen im Säuglingsalter nicht zuwarten. Nasentropfen und -sprays verschaffen dank abschwellender Inhaltsstoffe in Minutenschnelle für Stunden wieder Luft. Man darf aber keinesfalls einen ­Erwachsenenspray einem Kleinkind geben, denn er enthält zu viel Wirkstoff. In Ihrer Apotheke ­erhalten Sie das dem Alter Ihres Kindes entsprechende Präparat. Kindersprays haben wegen der kleinen Nasenlöcher einen schmäleren Sprühaufsatz, bei den Tropfen gibt es keinen ­Unter­schied.
Mit Kochsalzlösungen zum Befeuchten und Spülen der Nase steht eine Alternative zu den abschwellenden Präparaten, die nur kurzfristig angewendet werden dürfen, zur Verfügung.
Kochsalzlösungen sind völlig unbedenklich und fördern die Regeneration der geschädigten Nasenschleimhaut. Man vermisst aber die rasche und befreiende Wirkung auf die Nasenatmung.

Wenn der Husten quält ...

Im Verlauf einer grippalen Erkältung befallen Erkältungsviren die Schleimhäute im Hals, dem Rachen und der Nase. Bei Bronchitis hat die Infektion auch die tieferen Atemwege erfasst und ein mehr oder weniger hartnäckiger Husten ist meist die Folge. Deshalb sollten Sie früh genug etwas dagegen unternehmen. Hier kommen die altbekannten Hustentees mit Spitzwegerichblatt, Efeublatt, Primelwurzel, Eibischwurzel, Sonnentaukraut, Seifenrinde und -wurzel als wahlweise Bestandteile einer Teemischung in Frage. Tees sind für alle Altersstufen geeignet. Je nach Zusammensetzung wirken sie mehr schleimlösend oder hustendämpfend. Viele Apotheken bieten bewährte eigene Teemischungen an. Fertigprodukte auf Pflanzenbasis wirken ähnlich, haben aber den Vorteil, besser lagerfähig zu sein. Pflanzliche Husten­säfte ohne Zucker schmecken trotzdem gut und sind nicht kariogen wie die zuckerhältigen. Dank individueller Dosierung kann man Kinder verschiedenen Alters mit dem selben Präparat behandeln. Bei Säuglingen bewähren sich Hustentropfen besser als Sirupe, weil sie mit dem Brei oder dem Fläschchen leichter vermischt werden können. Es gibt auch eine Reihe altbekannter synthetischer Stoffe wie »Bromhexin«, »Acetylcystein« oder »Guaifenesin«, die sich gegen Husten bewährt haben. Ausgeprägten Husten bekämpft man nicht mit einer höheren Dosis, sondern mit kürzeren Einnahmeintervallen. Mehrere kleine Mengen sind besser als einmal eine größere!

Einen fixen Platz sollten in der Erkältungsapotheke für Kinder ­Husteneinreibungen einnehmen. Sie enthalten in einer fetten Grundlage ätherische Öle. Gelangen ätherische Öle in den Körper, werden sie dank ihrer Flüchtigkeit innerhalb von 10 Minuten über die ­Lunge ausgeatmet, wo sie den anhaftenden Schleim verflüssigen. Eukalyptus-, Kiefer- und Fichten­nadelöl sowie Kampfer sind hier zu nennen. Wenn Mama ihrem Kind ein Stofffleckerl mit einer solch gut riechenden Salbe auf die Brust legt, wird der Husten natürlich gleich besser. Auch für Erwachsene zu empfehlen. Bei Säuglingen und Kleinkindern dürfen ätherische Öle auf keinen Fall in Nasennähe aufgetragen werden, da es zu Überreaktionen in den Atemwegen kommen kann. Auch empfiehlt es sich bei kleinen oder Kindern mit empfindlicher Haut die Einreibung auf ein Baumwolltuch zu geben, es zu falten und dieses dann auf die Brust zu legen. Bei Husten helfen Papa und Mama die oben genannten pflanzlichen Heilmittel genauso so gut wie dem Nachwuchs. Zusätzliches Inhalieren oder ein heißes Bad mit ätherischen Ölen vor dem zu Bett gehen erleichtern die ­Atmung und das Abhusten von zähem Schleim.

Baby


Wenn Mama ihrem Kind ein Stofffleckerl mit einer gut riechenden Salbe auf die Brust legt, wird der Husten natürlich gleich besser.

Die Erkältungsapotheke für Erwachsene

Hat man Erkältungsviren »abbekommen«, dann beginnen meist am zweiten Tag die Halsbeschwerden und das Nasenrinnen in Verbindung mit Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit und Fieber. Der ­Husten stellt sich erst gegen Ende der Krankheitsphase ein.
Der Klassiker unter den Fiebermitteln für Erwachsene ist wohl die Acetylsalicylsäure als Tablette oder Brause mit 500mg Wirkstoff und am besten gleich mit Vitamin C kombiniert. Als Alternative kommen bei Magenempfindlichkeit »Paracetamol« und »Ibu­profen« in Betracht. Fiebermittel bitte nur bei höherer Temperatur einsetzen. Das »Ausfiebern lassen« eines Infektes unterstützt nämlich die Immunabwehr.
Ein abschwellender Schnupfenspray gehört ­­­­wohl zur Grundausstattung jeder Erkältungsapotheke. Eine verstopfte Nase erschwert die Nasenatmung, lässt Sie in der Nacht schlecht schlafen, erzwingt die Mundatmung mit nachfolgender Austrocknung der Schleimhaut und Halsschmerzen, erhöht das Risiko von Stirnhöhlenentzündungen und erleichtert das Vordringen von Viren in die Bronchien. Sprays mit einem feinen Pumpzerstäuber fördern die Verteilung in der Nase besser als ein bloßer Quetschspray oder einfache Nasentropfen. Aus bakteriellen Gründen sollten Sie den Spray – Anwendungsdauer max. 10 Tage – nicht mit anderen Familienmitgliedern gemeinsam nützen.



Koala
Koalas lieben Eukalyptus-Blätter.

TIPP:Gegen das Gefühl der verengten Nase hilft die Inhalation feuchtwarmer Luft, unterstützt von Riechstoffen wie Menthol, Kampfer und Eukalyptus (nicht bei kleinen Kindern). Doch in Wirklichkeit ändert das den Strömungswiderstand in der Nase nicht. Man fühlt sich nur einfach besser. Abschwellende Nasentropfen helfen hier eher und nachhaltiger. Allerdings soll man sie nicht zu oft und nicht länger als 10 Tage verwenden, sonst lässt ihre Wirkung nach, weil sich die Nasenschleimhaut an sie »gewöhnt«. Sobald der Schnupfen stockt, ist die Zeit für Meersalzlösungen gekommen. Ihren Erfolg verdanken sie ihrer Zusammensetzung, die den Verhältnissen in der Nase entspricht. Sie halten die geschädigte Nasenschleimhaut feucht und erleichtern die Ablösung des verfestigten Sekretes. Man kann mit ihnen das Naseninnere gewissermaßen »ausspülen«. Ein weiterer Vorteil: Es gibt für sie keinerlei Anwendungsbeschränkungen, nicht einmal bei Risikogruppen wie Schwangeren und Säuglingen.

Fieberblasen – lästig und unangenehm
Fieberblasen sind nicht nur unangenehm und unästhetisch, sondern auch schmerzhaft. Die Infektion wird durch ein Virus hervorgerufen und taucht insbesondere dann auf, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Anfangs spürt man nur ein leichtes Zwicken, Jucken oder Brennen im Lippenbereich, schon nach wenigen Stunden entstehen an den selben Stellen kleine, mit heller Flüssigkeit gefüllte Bläschen. Die Verkrustungen können immer wieder aufbrechen, der Heilungsprozess wird verzögert. Schon bei den ersten Anzeichen einer Fieberblase sollten Sie mit Lippensalben oder -pflegestiften Gegenmaßnahmen treffen. Neben verschiedenen synthetischen Präparaten und Salben haben sich auch der Wirkstoff der Melisse und unterschiedliche homöopathische Mittel bewährt. Abhilfe finden Sie in der Apotheke.

Ihr Dr. Pröll

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