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Vitalstoffe – Bausteine der Gesundheit

Überlegen Sie selbst – bewegen Sie sich ausreichend? Achten Sie beim Einkauf auf Frische, Vollwertigkeit, Zuckergehalt, Fettgehalt, Ökologie…? Kochen Sie noch selbst mit frischen Zutaten oder greifen Sie häufig zu Fertigprodukten oder Fastfood? Rauchen Sie? Trinken Sie übermäßig Alkohol?…

Die Bedeutung eines Lebensstils mit regelmäßiger Bewegung und einer Frau beim Essenausgewogenen, d.h. vollwertigen Ernährung für Gesundheit und Leistungsfähigkeit zweifelt heute niemand mehr an. Eine große Anzahl von Studien zeigt, dass Fehl- und Über­ernährung für viele chronische Erkrankungen nicht nur Verstärker, sondern die entscheidenden auslösenden Faktoren sind. So gehen etwa 40% Kreislauferkrankungen, meist verknüpft mit Fettsucht, mit Fett-, Zucker- und Harnsäure-Stofffwechselstörungen und Bluthochdruck einher. Besonders beunruhigend ist in diesem Zusammenhang die steigende Anzahl von übergewichtigen Kindern und den damit verbundenen Folgeerkrankungen. Bewegungsmangel und der steigende Konsum von Nahrungsmitteln mit geringer Nährstoffdichte wie stark verarbeitete, raffinierte Produkte, Fertiggerichte und Fastfood werden dafür verantwortlich gemacht. In allen weiteren Fällen summieren sich »Ernährungs-, Umwelt- und Lebensstilsünden« über Jahrzehnte und erst nach einiger Zeit treten erste Erkrankungen auf. 

 »Mangel im Überfluss«
In regelmäßigen Abständen wird im Zuge der österreichischen Ernährungserhebungen und -berichte ein steigendes Ernährungsfehlverhalten in der Bevölkerung beobachtet. Allgemein nehmen wir im Vergleich zum – durch Bewegungsmangel sinkenden – Energiebedarf zuviel Fett, zuviel Zucker und zuviel tierisches Eiweiß zu uns. Parallel dazu mangelt es den meisten Menschen an Ballast­stoffen und vielen Mikronährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen.

Essenspyramide


Die Aufgaben der Nährstoffe
Womit füttern wir unser »Werkl«? Was landet tatsächlich in unserem Magen und Darm?… und geht von dort ins Blut, ins Hirn, in die Leber, die Nieren und die Speicherorgane?… Nähren wir unseren Körper oder belasten wir ihn mit Dingen, die er nicht braucht? …

Auf die richtige Mischung kommt es an! Der Körper besteht im Grunde aus Nährstoffen und deren Umwandlungsprodukten und ist dabei ständig ablaufenden Auf- und Abbauprozessen unterworfen. Das erfordert stetigen Nachschub an Qualitäts-Material. Nötig sind – neben Wasser und Sauerstoff – einerseits die Energie- und Baumaterial liefernden ­Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße) und andererseits die für Stoffwechselprozesse lebensnotwendigen Mikronährstoffe, das sind Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, essenzielle Fett- und Aminosäuren. Zusätzlich wichtig im Rahmen einer gesundheitsfördernden Ernährung sind Ballaststoffe und unzählige »bio­aktive« Pflanzeninhaltsstoffe.

Wie die Zahnräder eines Uhrwerks

Viele Mikronährstoffe sind – wie die Zahnräder eines großen Uhrwerks – nötig als Bausteine, Stoffwechselwerkzeuge, Schutzstoffe und Entgiftungshelfer. Manche üben Steuerungsprozesse aus, andere sind Bestandteile von Stütz- und Bindegewebe. Einige haben Bedeutung im Wasser- und Säure-Basenhaushalt, gewährleisten Reizleitung, Muskelaktivität und vieles mehr. Bestimmte Fettsäuren brauchen wir unter anderem als Baustoffe für Zellwände und spezielle Aminosäuren werden für den Aufbau körpereigener Eiweiße benötigt.
Nicht wenigen Beschwerden und Erkrankungen liegt ursächlich oder verstärkend ein Mangel oder Ungleichgewicht an Nährstoffen durch Fehlernährung zugrunde. Relativ häufig entsteht ein Mangel aber auch als Folge von Krankheit oder speziellen Belastungen.

Vitalstoffe – Bausteine der Gesundheit
Interessieren Sie sich für die – im wahrsten Sinne des Wortes – ­lebensnotwendigen Ernährungsbestandteile? Wollen Sie einen Einblick in die Welt der Mikronährstoffe bekommen? Dann lesen Sie die nun regelmäßig erscheinenden Beiträge zu den einzelnen Nährstoffen! Das könnte auch zu Veränderungen in Ihrem Kühl-, Vorrats- und Arzneischrank führen…
Die großen Potenziale von Nährstoffen liegen – neben der gezielten Behandlung von Mangelerscheinungen – vorwiegend im Bereich der Krankheitsvorbeugung sowie der Steigerung von Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit. Dabei sind neben einer Umstellung von Ernährung und Lebensstil in vielen Fällen für eine gewisse Zeit Nahrungsergänzungsmittel in Form von Qualitäts-Produkten unverzichtbar. In Ihrer Apotheke finden Sie diese Qualität und dazu kompetente Fachberatung zu Nutzen und Risiken von Vitaminen & Co. Denn: Mikro­nährstoffe können Ihre Gesundheit verbessern –wenn sie richtig angewendet werden!

 alte Frau

Die Vitamin B-Aufnahme wird sowohl durch eine verminderte Magensäureproduktion – häufig bei Senioren – als auch durch die Einnahme bestimmter Dauermedikamente sowie durch übermäßigen Alkoholkonsum gestört.







Vitamin B 12 – Cobalamin: Das Anti-Demenz-Vitamin
Vitamin B12 wird zwar nur in winzigsten Mengen vom Körper benötigt, es ist aber unentbehrlich für Zellteilungs- und Wachstumsvorgänge, für den Aufbau der Blutkörperchen und der Nervenhüllen im Gehirn. Da es einige Jahre in der Leber gespeichert werden kann, treten erst bei länger bestehender Mangelzufuhr deutliche Probleme wie Blutarmut, Schleimhaut- und Nervenschäden auf. Unter Vitaminforschern gilt Cobalamin als »Anti-Demenz-Vitamin«, weil es eine wichtige Rolle in der Vorbeugung von Störungen der Hirnleistung, wie Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit, bis hin zu Nervenzelluntergang spielt. Außerdem ist es – gemeinsam mit Folsäure und Vitamin B6 – ein gewisser Schutzfaktor hinsichtlich Herzinfarkt und Schlaganfall. Als Arzneimittel wird es gezielt bei Blutarmut und in Vitamin-B-Kombination bei Nervenschmerzen und -entzündungen sowie bei Nervosität und Stress eingesetzt.


Fleisch ist wichtig!
Die besten Vitamin B 12-Nahrungsquellen sind Leber und Fleisch. Aber auch in Fisch, Eiern, Käse, Milch, in bakteriell vergorenen Produkten wie Bier, Brottrunk, Sauerkraut, Miso etc. sowie in Hülsenfrüchten ist es in Spuren enthalten. Ohne einen speziellen »Aufnahmehelfer« (intrinsic factor), der nur im sauren Magensaft gebildet wird, kann es aber nicht in den Körper gelangen.

Risikogruppen: Senioren und »Fleischverweigerer«
Im Sinne der Vorsorge sollte man diesem Vitamin viel mehr Beachtung schenken und es nötigenfalls in Rücksprache mit dem Arzt oder Ihrem Apotheker ergänzen. Seine Aufnahme wird nämlich sowohl durch eine verminderte Magensäureproduktion – häufig bei Senioren – als auch durch die Einnahme bestimmter Dauermedikamente sowie durch übermäßigen Alkoholkonsum gestört. Auch Schwangere und Stillende mit erhöhtem Bedarf sowie Veganer und Vegetarier, besonders deren Kinder, sollten auf eine ausreichende Vitamin B12-Zufuhr achten und dies gelegentlich mittels Blutbild kontrollieren lassen. Ihr Apotheker berät Sie gerne bezüglich der individuellen Dosisempfehlungen für Sie.

Ihr Dr.Pröll

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