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Allergien auf dem Vormarsch

Allergien gelten als die Epidemie des 21. JahFrau mit Allergierhunderts: Fast jeder dritte Österreicher leidet mittlerweile unter einer allergischen Reaktion. Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht, im Gegenteil: Die Europäische Stiftung für Allergieforschung geht davon aus, dass in zwei Jahren schon jeder Zweite in den Industrienationen eine Allergie haben wird. Aber wie können Sie es
erst gar nicht dazu kommen lassen?


Wie stark sich Allergien hierzulande ausbreiten, zeigen die Krankheitszahlen bei Kindern und Jugendlichen. In der Altersgruppe der drei- bis 17-Jährigen sind Allergien das häufigste Gesundheitsproblem überhaupt: Bei rund einem Viertel der Kinder und Jugendlichen in Österreich haben Ärzte schon einmal Heuschnupfen, Asthma, Neurodermitis oder ein allergisches Kontaktekzem festgestellt. Damit nicht genug: Laut Robert Koch-Institut tragen über 40 Prozent der Kinder und Jugendlichen schon Antikörper in sich. Das bedeutet, dass sie zwar noch keine Allergie haben, aber ihr Immunsystem bereits sensibilisiert ist. Damit ist fast jedes zweite Kind allergiegefährdet.

Die Weltgesundheitsorganisation erwartet, dass sich Allergien in Europa zukünftig noch weiter ausbreiten werden. Daher empfehlen Experten, vor allem Kleinkinder vor starken Allergenen zu schützen, um so ihr Allergierisiko zu senken. Substanzen, die besonders leicht Allergien auslösen können, sind zum Beispiel Hausstaubmilben, Schimmel, Tierhaare und Tabakrauch.

Heuschnupfen und Co. liegen in den Genen
Vor 100 Jahren waren sie noch die Ausnahme, heute plagen Allergien Millionen: Trotz intensiver Forschung nimmt die Zahl der Betroffenen stetig zu. Ein Grund dafür liegt in den menschlichen Genen: „Eltern, die selbst unter Allergien leiden, geben auch ein höheres Allergierisiko an ihre Kinder weiter“, erklärt Fachärztin Dr. Andrea Hoppe.

Über ein Drittel der Kinder, deren Vater oder Mutter Allergiker sind, erkrankt später ebenfalls an einer Allergie. Leiden beide Eltern unter Allergien, sind es sogar bis zu zwei Drittel der Kinder. Zum Vergleich: Nur rund jedes zehnte Kind mit gesunden Eltern bekommt im Laufe seines Lebens eine Allergie.
Die betroffenen Kinder erben von ihren Eltern dabei nicht etwa eine spezielle Allergie, wie zum Beispiel Heuschnupfen oder Asthma. Sie sind jedoch von vornherein anfälliger für Allergien. Das bedeutet: Die Gene allein lösen noch keine allergische Krankheit aus. Kommen gefährdete Kinder jedoch mit Allergenen wie Pollen, Hausstaub oder Tierhaaren in Kontakt, erkranken sie deutlich schneller als ihre unbelasteten Altersgenossen.
Eltern, die unter Allergien leiden, sollten ihre Kinder daher vor starken Allergenen wie beispielsweise Hausstaubmilben, Katzenhaaren oder auch Tabakrauch schützen. Entwickelt ein Kind dennoch verdächtige Symptome wie Hautausschlag, Dauerschnupfen oder unerklärliche Hustenanfälle, hilft ein auf Allergien spezialisierter Facharzt. Dr. Hoppe: „Je früher eine Allergiediagnostik durchgeführt wird, desto bessere Chancen hat das Kind. Denn: Eine rechtzeitige Therapie kann die Schwere der Symptome deutlich lindern.
Bleibt die Krankheit dagegen unbehandelt, kann sie sich verschlimmern und sogar chronisch werden“.


Wenn der Körper auf Angriff schaltet 
Beim Spaziergang durchs Feld beginnen die Augen zu tränen, eine harmlose LandkarteScheibe Brot sorgt für unerträgliche Bauchkrämpfe und ein kleines Schmuckstück verursacht juckende Quaddeln auf der Haut: Für Allergiker wird der ganz normale Alltag plötzlich zur Ausnahmesituation. Doch wie kommt es, dass anscheinend selbstverständliche Alltagsdinge solche Probleme auslösen? „Ursache ist eine Art Fehlreaktion unseres Körpers“, so Fachärztin Dr. Andrea Hoppe. „Das Immunsystem antwortet mit einer überschießenden Reaktion auf bestimmte Stoffe in der Umwelt. Das heißt, es reagiert auf Substanzen, die eigentlich gar nicht gefährlich sind wie beispielsweise Pollen oder Milbenkot. So werden harmlose Stoffe für den Körper plötzlich zum Feind und er bekämpft sie.“
Allergien entstehen allerdings nicht von heute auf morgen. Zunächst muss der Körper mit dem auslösenden Stoff, also dem Allergen, in Kontakt kommen. Das können zum Beispiel Birkenpollen sein, die sich beim Einatmen auf der Nasenschleimhaut absetzen. Das Immunsystem hält diese Pollen irrtümlich für schädlich und bildet spezielle Antikörper gegen sie. Die betroffene Person wird dadurch gegen das Allergen sensibilisiert, zeigt aber zunächst noch keine erkennbare Reaktion. Erst wenn sie erneut mit Birkenpollen in Kontakt kommt, können allergische Symptome auftreten.
Je nach auslösendem Allergen sind die Symptome bei allergischen Reaktionen sehr unterschiedlich: Sie können von tränenden Augen, Hautausschlag oder krampfartigen Schmerzen bis hin zu Atemnot und sogar einem tödlichen Herz-Kreislauf-Versagen reichen. Allerdings bekommt nicht jeder Mensch, der gegen ein oder mehrere Allergene sensibilisiert ist, auch tatsächlich eine Allergie. Viele Menschen bilden Antikörper gegen Allergene, ohne jemals allergische Symptome zu zeigen.


Das können Eltern tun!
Mit einer frühzeitigen Vorsorge können Eltern das Allergierisiko ihres Kindes deutlich senken. Denn die Basis für eine spätere Allergie wird oft in den ersten Lebensjahren gelegt: „Besonders im Säuglings- und Kleinkindalter werden Kinder leicht gegen Allergene sensibilisiert. Dann steigt die Gefahr, dass sie später eine akute allergische Reaktion entwickeln“, erklärt Dr. Beate Thier, Allergiespezialistin. Schon vor der Geburt können Mütter das Allergierisiko ihres Kindes beeinflussen: Wer auf das Rauchen während der Schwangerschaft verzichtet, hat bereits einen wichtigen Allergiefaktor ausgeschaltet. Denn Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft rauchen, sind deutlich allergieanfälliger und erkranken um ein Drittel häufiger an Asthma als Kinder von Nichtrauchern. Und auch nach der Geburt sollten Eltern ihre Wohnung rauchfrei halten: Tabakrauch reizt die empfindlichen Schleimhäute der Kinder, so dass Allergene leichter eindringen können. Wenn es ohne die Zigarette nicht geht, sollte nur draußen und nicht in Gegenwart der Kinder geraucht werden.

Besonders empfehlenswert ist es, das Neugeborene mindestens sechs Monate lang ausschließlich zu stillen. „Studien haben gezeigt, dass Kinder, die gestillt wurden, später deutlich weniger mit Allergien zu kämpfen hatten als Kinder, die mit der Flasche gefüttert wurden“, sagt Dr. Thier. Ein wichtiger Grund hierfür sind die in der Muttermilch enthaltenen Abwehrstoffe, die das Kind beim Stillen aufnimmt. Ist Stillen nicht möglich, können Eltern auf eine hypoallergene Säuglingsnahrung aus Kuhmilch zurückgreifen. Die Proteine in der Milch werden durch ein spezielles Verfahren so stark zerlegt, dass der Körper des Kindes sie in der Regel nicht mehr als Allergene erkennt.
Beim Wechsel zu fester Nahrung sollten Eltern klassische Allergieauslöser wie Eier, Fisch, Nüsse und Zitrusfrüchte vor allem in den ersten zwei Lebensjahren meiden und erst später auf den Speiseplan der Kinder setzen. Besonders Nüsse haben ein sehr starkes allergenes Potenzial: Laut einer Studie des Robert Koch-Instituts sind sie bei Kindern zwischen drei und 17 Jahren der häufigste Auslöser für eine Sensibilisierung gegenüber einem Nahrungsmittel. Vorsicht ist auch bei versteckten Nuss-Allergenen geboten: So finden sich auch in scheinbar harmloser Schokolade oft Spuren von Nüssen. Ob ein Produkt Nüsse enthält oder nicht, können Eltern auf der Verpackung des Produktes erkennen.
»Risikofamilien«, in denen ein oder mehrere Familienmitglieder bereits Allergien haben, sollten auf Haustiere mit Fell oder Federn verzichten. Gerade Katzenhaare können bei kleinen Kindern sehr leicht Allergien auslösen. Empfehlenswert ist es auch, den Kontakt mit Hausstaubmilben in der Wohnung möglichst gering zu halten. Hier helfen zum Beispiel milbenundurchlässige Matratzenbezüge, Synthetikfaserbetten sowie spezielle Sprays aus der Apotheke.


Mit sechs Jahren chronisch krank – Asthma bei Kindern
Bei der kleinen Marie fing alles mit einem trockenen Husten an. Zunächst dachten ihre Eltern noch an eine normale Erkältung. Doch dann klagte die Kleine plötzlich über ein Engegefühl in der Brust und Atemnot. Die Diagnose des Arztes trifft die Familie wie ein Schlag: Marie ist mit sechs Jahren schon chronisch krank – sie hat Asthma bronchiale.
So wie Marie und ihren Eltern geht es Jahr für Jahr Tausenden Familien. Denn Asthma zählt mittlerweile zu den häufigsten chronischen Krankheiten bei Kindern. Schon jedes zehnte Kind in Österreich und Deutschland leidet an der unheilbaren Atemwegsentzündung. Die betroffenen Familien sind oft in ständiger Sorge um das kranke Kind und fühlen sich überfordert.
Für asthmakranke Kinder und ihre Eltern sowie Asthmapatienten bieten bestimmte Institutionen in Österreich entsprechende Schulungen an. In diesen Programmen arbeiten Ärzte, Kliniken, Therapeuten und Selbsthilfegruppen eng zusammen, um die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Sie lernen gemeinsam mit ihren Angehörigen, wie sie die Krankheit im Alltag bewältigen können. Zum Programm gehört beispielsweise eine spezielle Asthmaschulung: Hier üben Kinder und Eltern, Asthmaanfälle zu vermeiden, technische Hilfsmittel wie Inhalatoren richtig anzuwenden und mit Notfallsituationen umzugehen. Nähere Informationen und Hilfe erhalten Sie bei Allergieambulanzen in den Krankenhäusern, Selbsthilfegruppen sowie verschiedenen Online-Angeboten.


Der allergische Marsch
Der allergische Marsch beschreibt die Verschlechterung der klinischen Symptome einer Allergie, meist die Entwicklung von Rhinokonjunktivitis zu Asthma.
Aufgrund der Gefahr des »allergischen Marsches«, empfehlen die entsprechenden Behandlungsrichtlinien den Beginn einer Immuntherapie im Frühstadium des Krankheitsprozesses, um die weitere Entwicklung schwerer Erkrankungen zu verhindern.
Derzeit stehen drei Optionen zur Allergiebehandlung zur Verfügung: Vermeidung, symptomatische Therapie und Immuntherapie. Eine Allergievermeidung ist bei einem durch die Luft übertragenen Allergen (wie etwa Graspollen) äußerst schwierig, während symptomatische Therapien (z.B. Antihistamine und lokale Steroide) zwar eine kurzfristige Linderung der Symptome bieten, jedoch die zugrunde liegende Ursache der Krankheit nicht behandeln und daher keine optimale langfristige Lösung darstellen.
Einzig und allein eine Immuntherapie zielt auf die zugrunde liegende allergische Erkrankung ab und hat das Potenzial, eine langzeitige Verbesserung auszulösen. Verschiedene kontrollierte klinische Studien haben die zusätzlichen Vorteile einer Immuntherapie bei der Behandlung von Asthma-Symptomen bei Patienten mit allergischem Asthma sowie bei der Prävention der Entstehung neuer Allergien und Asthma aufgezeigt.
Vor kurzem kam die erste Allergietablette, die neben der Behandlung der Symptome auch auf die zugrunde liegende Ursache einer Gräserpollenallergie abzielt, auf den Markt. Dabei wird wie bei einer Spritze eine schützende Immunreaktion induziert, infolge derer die allergische Reaktion auf Graspollen vermindert und potenziell gestoppt wird.

Allergisch gegen Lebensmittel: wenn Essen krank macht
Kribbeln im Mund, Schwindel, Durchfall, Atembeschwerden und sogar Kreislaufkollaps – die Liste möglicher Symptome bei Nahrungsmittelallergien ist lang. Prinzipiell kann jedes Lebensmittel eine allergische Reaktion hervorrufen. Allerdings spielt das Alter eine wichtige Rolle: Säuglinge und Kinder reagieren besonders häufig auf Milch, Eier, Nüsse, Weizen, Fisch und Soja. Jugendliche und Erwachsene sind oft empfindlich gegenüber Gemüse, Obst oder Nüssen.
Die Betroffenen leiden oft jahrelang, bis der Auslöser für ihre Beschwerden gefunden ist. Nahrungsmittelallergien sind sehr vielfältig, und es gleicht meist einer komplizierten Detektivarbeit, ihre Ursache herauszufinden. Wer eine solche Allergie bei sich vermutet, sollte deshalb unbedingt einen spezialisierten Arzt aufsuchen.


Allerdings gibt es bislang noch kein Testverfahren, das eine Nahrungsmittelallergie alleine zuverlässig nachweisen kann. Deshalb verwendet der Arzt meist mehrere Tests: Ein Hauttest mit Nahrungsmittelextrakten oder frischen Lebensmitteln gibt erste Aufschlüsse über den Allergieauslöser. Mit Bluttests kann der Arzt zusätzlich nach bestimmten Antikörpern im Blut des Patienten suchen. Liefern beide Tests kein eindeutiges Ergebnis, hilft zum Beispiel eine Eliminationsdiät: Bei dieser Diät verzichtet der Patient probehalber für ein bis vier Wochen auf alle Lebensmittel, die als Allergieauslöser in Frage kommen. Dann wird der Speiseplan langsam um je ein Nahrungsmittel erweitert, bis der Auslöser gefunden ist.
Die anschließende Therapie ist oft simpel, für die Betroffenen aber entbehrungsreich: Sie sollten möglichst alle Lebensmittel meiden, auf die sie allergisch reagieren. Das können einzelne Lebensmittel aber auch ganze Nahrungsmittelgruppen sein wie zum Beispiel Hülsenfrüchte oder Steinobst. Besondere Vorsicht gilt bei Gewürzen oder Konservierungsstoffen, denn sie können auch versteckt in einem Gericht oder Fertigprodukt vorkommen. Kommen die Betroffenen doch einmal mit einem für sie gefährlichen Allergen in Berührung, können Medikamente wie beispielsweise Antihistaminika helfen, die allergische Reaktion zu stoppen oder einzudämmen.
Trotz allem können Lebensmittelallergiker darauf hoffen, irgendwann wieder normal essen zu können. Denn: Nahrungsmittelallergien bestehen oft nicht lebenslang.


Lebensgefährliche Insektenstiche
Ein kurzer Schmerz, ein Fluch und als Andenken eine geschwollene, Bienejuckende Stelle auf der Haut: So oder ähnlich erleben die meisten Menschen einen Bienen- oder Wespenstich. Insektengift-Allergiker können jedoch schon durch eine kleine Menge Gift einen allergischen Schock erleiden und im schlimmsten Fall daran sterben.
Dabei verläuft der erste Stich für alle Betroffenen meist vollkommen harmlos. Doch mit dem Stich gelangen Allergene in den Körper, gegen die das Immunsystem dann Antikörper bildet. „Die Abwehrkräfte bereiten sich sozusagen darauf vor, beim nächsten Allergen-Kontakt zuzuschlagen“, so Dr. Thier. „Sticht dann tatsächlich wieder eine Biene oder Wespe zu, fällt die Abwehrreaktion deutlich heftiger aus als zuvor.“ Der Einstich schwillt meist stark an, oft begleitet von Atemnot, Schweißausbrüchen, Übelkeit oder auch Schwellungen im Gesicht.
Besonders gefährlich sind Stiche im Gesicht und am Hals, da hier das Gift sehr schnell in den Blutkreislauf gelangen kann. Wird der Patient dann nicht schnell ärztlich versorgt, kann es im Extremfall zu einem Allergieschock mit Atem- beziehungsweise Kreislaufstillstand kommen. Experten raten Insektengift-Allergikern deshalb, Medikamente für den Notfall mit sich zu führen. Welche Präparate dazu geeignet sind, sollten Patienten individuell mit ihrem Arzt besprechen. Üblich sind jedoch Antihistamin-Tabletten, Cortison-Präparate sowie eine Adrenalin-Spritze für schwere allergische Reaktionen. Die Kosten für verschreibungspflichtige Arzneimittel übernehmen die Krankenkassen.
Menschen, die schon einmal eine schwere Insektengift-Reaktion erlebt haben, raten die Experten darüber hinaus zu einer spezifischen Immuntherapie. Dabei wird das Immunsystem durch regelmäßige Injektionen bzw. Tropfen langsam an den allergieauslösenden Stoff gewöhnt. Auch hier tragen die Krankenkassen die Kosten der Therapie, wenn sie ärztlich verordnet ist.
Wer sich im ganz normalen Alltag schützen möchte, kann mit folgenden Tipps das Risiko eines Insektenstichs deutlich verringern:


  • Am besten ist es, den Insekten so wenig Angriffsfläche wie möglich zu bieten. Allergiker sollten ihren Körper deshalb im Freien möglichst mit langärmeliger Kleidung und langen Hosen bedecken. Dabei kommt es jedoch auch auf die Farbe an: Schwarze oder leuchtend bunte Stoffe können Bienen und Wespen sogar anziehen und sind daher eher ungeeignet.
  • Auch Düfte und Essensgerüche locken Insekten an. Beim Picknick im Freien sollten alle Speisen und Getränke gut abgedeckt werden. Vorsicht ist beim Frühstücken auf dem Balkon angesagt: Lässt man hier Türen oder Fenster offen stehen, können die Insekten schnell in den Wohnraum gelangen.
  • Eine effektive Schutzmaßnahme für die Wohnung sind Insektengitter. Sie sind vor allem am Schlafzimmerfenster und in Kinderzimmern sinnvoll.
  • In Abfallkörben befinden sich häufig Insekten, die von Essensresten angelockt werden. Hier gilt für Allergiker: möglichst Abstand halten und den eigenen Müll vorsichtig entsorgen.
  • Da Wespen gern in Erdlöchern leben, sollten Allergiker nicht barfuß auf eine Wiese gehen.
  • Hat doch einmal ein Insekt zugestochen, sollte der Stachel schnell entfernt und die Einstichstelle anschließend gekühlt werden.
Urlaub: Die Allergie fährt mit
Urlaub – das bedeutet für viele einfach ins Flugzeug zu steigen und alle Sorgen für ein paar Tage hinter sich zu lassen. Allergiker haben es nicht ganz so einfach. Sie müssen vieles beachten, um nicht weit weg von zu Hause Probleme mit ihrer Allergie zu bekommen. Im Urlaubsland erwarten sie beispielsweise andere Pollenflugzeiten, unbekannte Speisen und ein ungewohntes Klima.
  • Vor Reisebeginn sollten Allergiker prüfen, ob sie genügend antiallergische Medikamente in ihrer Reiseapotheke haben. So können sie auch in fremden Ländern schnell auf das gewohnte Präparat zurückgreifen.
  • Darüber hinaus ist es sinnvoll, einen wenn möglich mehrsprachigen Allergiepass beim Arzt zu besorgen. Auf diese Weise erhält der behandelnde Arzt vor Ort im Notfall schnell alle nötigen Informationen.
  • Asthmatiker sollten im Urlaub auf übermäßig starke körperliche Belastungen verzichten und sich in jedem Fall erst langsam aufwärmen und am Ende schrittweise wieder abkühlen. Abrupte Belastungswechsel können schnell einen Anfall provozieren. Um dem vorzubeugen, können Asthmatiker vor dem Sport vorsorglich ihr Asthma-Spray benutzen.
  • Für Nahrungsmittelallergiker gilt: Sie sollten unbekannte Speisen im Ausland lieber meiden oder nur vorsichtig genießen. Dasselbe trifft auch auf Pollenallergiker zu: Denn sie können über eine Kreuzreaktion ebenfalls allergisch auf Speisen reagieren. Birkenpollenallergiker sind zum Beispiel häufig allergisch gegen Sellerie. Bei einer Kreuzallergie reagiert der Betroffene nämlich nicht nur auf ein bestimmtes Allergen, sondern auch auf solche, die ihm ähnlich sind.
Reisetipps bei Pollenallergie
Reisende, die gegen Pollen allergisch sind, sollten sich schon bei der Urlaubsplanung über den Pollenflug in ihrem Zielland informieren. In nördlichen Ländern wie Skandinavien beginnt der Pollenflug beispielsweise erst später als in Südeuropa. Im Mittelmeerraum müssen Allergiker wiederum mit einer verlängerten Pollensaison rechnen. Vorsicht ist bei fremden Pflanzenarten geboten: So können Beifußallergiker auch auf das aus Nordamerika nach Süd- und Osteuropa eingeschleppte Traubenkraut (Ambrosia) reagieren, und die Pollen von Olivenbäumen können Eschenpollenallergikern gefährlich werden.
Als allergikerfreundlich gelten Reiseziele in Küstenregionen, zum Beispiel mediterrane Inseln oder die Nordsee. Ideal für Heuschnupfengeplagte sind auch Reiseziele im Hochgebirge. Hier ist die Pollensaison deutlich kürzer. Pollenallergiker, die in die Alpen fahren möchten, sollten dies bevorzugt ab Anfang Juli tun.


Ihr Dr. Pröll

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